„Alle Kunst erschafft Empfindungsräume,“ ist eine Behauptung des Kunsthistorikers Ernst Gombrich, „in die man sich einfühlen kann“. Demgemäß gestaltet ist der Raum, in welchem sich die Werke von Christoph Steeger und Günter Muth paarig gegenübergestellt finden.
Die Erschließung der emotionalen Dimensionen der Einzelwerke führt zur Entschlüsselung des Rätsels, was sie verbindet, was ihre parallelen Anliegen sind. Formale Verwandtschaften aber auch feine Schwingungen sind zu entdecken in der Stille der Räume im Pumpwerk unter der Erde.
Zwei grundverschiedene Arbeitsansätze finden in dieser Werkschau zusammen.
Die Kunst Boogie Hebels beschränkt sich auf die Verwendung schwarzer Farbe, aufgetragen auf Leinwände mit Spachteln und Rakeln in Schichtungen, die häufig seriell gefassten Bewegungsmustern folgen. Komplexe netzartige Strukturen suggerieren Raumtiefe und Plastizität und berichten, wie sie entstanden sind. Und geben Aufschluss über unsere Wahrnehmung.
Ralf Scherer widmet sich in seiner Fotografischen Arbeit dem Menschen. Technisch ist er der klassischen schwarz-weiß – Fotografie verbunden, was seinen Bildgegenständen eine besondere Prägnanz verleiht. Die Aufnahmen entstehen spontan ohne Arrangements oder Nachbearbeitungen und verführen uns in Geschichten von hoher poetischer Kraft.
Augenscheinlich besteht zwischen beiden Künstlern eine Parallele insofern, als sie gänzlich auf Farbwerte verzichten. Allerdings finden wir im Vergleich eine Fülle von wertvollen Hinweisen über die Auffassungen von Poesie, Zeit, Struktur und Erzählungen, die den Betrachter in den Bann ziehen. Reinhard Lättgen, Vorsitzender des Kunstverein Rhein-Sieg
Deine Hand kennt Dich von Deinen frühesten Anfängen an. Sie merkt, dass Du da bist, zunächst noch im Nirgendwo. Sie versucht zu begreifen, wo Du endest und wo Dein Außen beginnt. Deine Hand merkt sich alles und bereitet Dein Sehen vor. Sie verbindet Dich mit den Wesen und Dingen, und während sie sich streckt und auf etwas zeigt, öffnet sie Deine Augen und verlängert die Achse ihres Wirkens in die Sicht. Deine Hand schließt die Kreise der Gestalten wie ein Zirkel, und sie zieht die Wände des Hauses hoch, das Du erblickst und in dem Du wohnst.
Das Kulturwerk des BBK Bonn e. V. zeigt Hiltrud Zierl und Rolf Schanko in einem zeichnerischen Dialog. Zur Eröffnung am 1. August 2026, in der Zeit von 16 – 21 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Ein Dialog über Unruhe und Ruhe mit Gabi Langen und Christoph Steeger
Kommmarunta – Ein Dialog über Unruhe und Ruhe
Wie oft hast du in den letzten Tagen ganz bewusst innegehalten und die Stille genossen, und wie oft hat dich die innere oder äußere Unruhe vorangetrieben? Dieser ständige Wechsel zwischen Getriebensein und der Sehnsucht nach Gelassenheit prägt unseren Alltag auf ganz intensive Weise. Am kommenden Sonntag kannst du genau diesem Spannungsfeld auf literarische und sehr inspirierende Art nachspüren.
Ein Ritt durch die literarischen Genres
Gabi Langen und Christoph Steeger laden dich zu einem außergewöhnlichen Dialog ein. Sie haben für diesen Nachmittag eine feine Mischung aus szenischem Dialog, tiefgründiger Lyrik, pointierter Prosa und klugen Aphorismen zusammengestellt. Das entscheidende Kriterium bei der Auswahl der Stücke war so einfach wie wirkungsvoll, denn alle Texte spiegeln das Thema Unruhe und Ruhe auf geistvolle, ungewöhnliche und humorvolle Weise wider. Freu dich auf philosophische Tiefe, die ganz ohne politische Schwere auskommt.
Die literarische Reise führt uns durch ganz unterschiedliche Stile und Welten. Du hörst an diesem Nachmittag die nachdenklichen Worte von Fernando Pessoa und die unnachahmliche Leichtigkeit von Robert Gernhardt. Auch der feine Humor von Loriot und die dichte Atmosphäre von Eric Ambler werden spürbar, abgerundet durch einige handverlesene Überraschungsautoren, die das Programm perfekt ergänzen.
Kompakt, intensiv und anregend
Die gesamte Darbietung ist auf eine Dauer von etwa 40 Minuten angelegt. Das ist die perfekte Zeitspanne, um ganz in die Worte einzutauchen, den eigenen Gedanken freien Lauf zu lassen und danach mit frischen Impulsen wieder in den Tag zu gehen. Nimm dir diese kurze Auszeit für den Geist und lass dich berühren, zum Schmunzeln bringen und zum Nachdenken anregen.
Alle Details zur Veranstaltung auf einen Blick
Wann und wo treffen wir uns? Am Sonntag, dem 12. Juli 2026 um 15:00 Uhr öffnen sich die Türen im Pumpwerk des Kunstvereins Rhein-Sieg-Kreis, das sich in der Bonner Straße 65 in 53721 Siegburg befindet. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist für alle Besucher frei. Bring gerne deine Freunde und alle Menschen mit, die auch mal wieder einen guten Moment zum Runterkommen brauchen.