Kunstverein Rhein-Sieg
kunstverein pumpwerk ausstellungen veranstaltungen künstler netzwerk service + kontakt + impressum

NACHRUF

Wir trauern um

Willi Krings

Willi Krings

Am 28. Januar 2020 verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit unser Freund Willi Krings.

Wer ihn kannte, wird ermessen können, welch großen Verlust das bedeutet.

Willi war ein außergewöhnlicher Mensch, der jeden für sich einnahm mit seiner leisen, zurückhaltenden Art, verbunden mit Initiative, Phantasie, Charme, Einfühlungsvermögen, Uneigennützigkeit und vielen
weiteren Eigenschaften, welche ihm in jedem Kontext außerordentliche Beliebtheit einbrachten.

Die Kunst war sein zentraler Lebensbegleiter. Nach seiner Zeit an der Kunstakademie Düsseldorf, an der er unter anderem bei Rupprecht Geiger studierte, entwickelte er sich zu einem künstlerischen Freigeist, der sich in einer großen Breite der Themen und Medien offenbarte. Zu einem seiner Schwerpunkte entwickelte er die Video – Installation; mit seinen Beiträgen war er sowohl in Einzelpräsentationen
als auch in unzähligen Ausstellungsbeteiligungen zu sehen.

Bis vor zwei Jahren war Willi als Kunstlehrer im Albert – Einstein – Gymnasium in Sankt Augustin tätig. Viele Schülergenerationen hat er begleitet, oft mit nachhaltigem Erfolg. Vielen ist er in lebendiger Erinnerung geblieben und so Manchem hat er eine künstlerische Laufbahn eröffnet.

Darüber hinaus war Willi ein unermüdlicher Initiator in kleinen und großen Kunstprojekten, als Mitglied sowohl der Bonner Künstlergruppe Jetzt, dem BBK, als auch des Kunstvereins Rhein – Sieg, in welchem er sich seit Jahren als Pressereferent und künstlerischer Berater vorbildlich und zuverlässig engagierte.

Ein besonderes Anliegen war ihm während der vergangenen Jahre der Aufbau eines Kulturprojektes, das seinesgleichen sucht: am Ort seiner Kindheit, in einem kleinen Vorort der Stadt Heinsberg, begründete er ohne jegliche bestehende Vorgabe einen Begegnungsort, der sich innerhalb kürzester Zeit vehement als Forum sowohl für zeitgenössische Kunst als auch für Heimatkundliches entwickelte – ein einzigartiger
programmatischer Spagat und ein gelungener Kraftakt in praktischer und organisatorischer Hinsicht.

Stilsicher integrierte er für sich und die Seinen Dinge des Alltags und Kunstobjekte in einen erlebbaren, unverwechselbaren Lebenszusammenhang. Nichts war beliebig, alles unterlag seinem enormen Gestaltungsdrang.

Allen, die ihn kannten, wird er sehr, sehr fehlen.

Sein Leitspruch, den er mit verschmitzter Mehrdeutigkeit propagierte, lautete: „video ergo sum“ – was sowohl eine Anspielung auf das von ihm bevorzugte künstlerische Medium bedeutete wie auch die Feststellung: „ich sehe, also bin ich“. Jetzt sieht er nicht mehr. Oder vielleicht doch.

Wir fühlen mit seinen Angehörigen.

Für den Vorstand des Kunstvereins für den Rhein-Sieg-Kreis e.V. - Reinhard Lättgen, Vorsitzender